Geschichte Zámecký dvůr Černousy

Das Schloss mit dem umfangreichen Wirtschaftshof und Amtsgebäude ließ Graf Filip Josef Clam-Gallas im Jahr 1793 vielleicht an der Stelle eines älteren ähnlichen Gebäudes als Sitz der Verwaltung des nördlichen Gebiets der Friedländer Herrschaft erbauen. Die Besitzer wohnten hier nur kurzzeitig und sporadisch, zuletzt im Jahr 1838. Seit dem Jahr 1886 bis zum Zweiten Weltkrieg organisierte hier der Deutsche Bergverein für das Jeschken- und Isergebirge ein Ferienlager für Jungen.

Nach Ende des Krieges im Jahr 1945 war das Schloss zusammen mit dem Hof in der Verwaltung des staatlichen Guts, die zur Zerstörung des Schlosses im Jahr 1984 und Verwahrlosung der weiteren Gebäude führte. Alles zum Trotz dessen, dass Areal seit dem Jahr 1958 ein kulturelles immobiles Denkmal war. Der Verfall der Gebäude des Schlosshofes setzte auch nach dem Jahr 1989 fort, da der damalige Besitzer nicht in der Lage war, die nötige Rekonstruktion sicherzustellen.

Das Unternehmen FKP Frýdlant, s. r. o kaufte das Areal der verschuldeten Farm im Jahr 2009 und machte sich gleich an die Arbeit. Aus einem der beiden Getreidesilos, die zu den beachtenswertesten Gebäuden des Schlosshofes gehört, wurde die bedeckte Reithalle gebaut, in dem anderen Getreidesilo entstand ein multifunktionaler Saal. Der wurde sogar zum Denkmal des Jahres 2015 im Kreis Liberec ausgerufen. In den ehemaligen Kuhstall wurden Ställe und Einrichtungen für die Reiter eingebaut. Gegenwärtig verläuft hier der Umbau der Keller, wo in einem davon eine gemütliche Weinstube entsteht. An der Stelle des ehemaligen Verwaltungsgebäudes, das wegen der lang anhaltenden Zerstörung nicht erhalten werden konnte, entstand eine Pension, die mit ihrem Charakter in das Konzept des historischen Areals passt.

Geschichte der Gemeinde Černousy

Die älteste schriftliche Erwähnung der Gemeinde stammt aus dem Jahr 1385, in der der Name des örtlichen Adligen Heyneck von Černous erscheint. Die Gemeinde war lange Jahre im Besitz von verschiedenen Geschlechtern kleinen Landadels – nacheinander wechselten sich hier ab: Das Geschlecht der Rackwitzer, Kottwitzer, Gersdorfer, Miltitzer und Schweinicher. In den Jahren 1663-1664 wurde die Herrschaft von den Gallas abgekauft. In der Zeit nach dem Dreißigjährigen Krieg, der die Böhmischen Länder grausam betraf, lebten hier 39 Personen. Für Černousy war der Brand im Jahr 1671 und die Protireformations-Maßnahme aus dem Jahr 1677, als hier Missionare und Soldaten die hier lebenden Dorfbewohner gefangen hielten, eine Katastrophe. Die Bewohner nahmen damals den katholischen Glauben äußerlich an, aber nach acht Tagen flohen sie in das nahe Lužice.

Aber auch trotz der erwähnten Schwierigkeiten erholte sich die Gemeinde und im Jahr 1790 wurden darin insgesamt 32 Liegenschaften registriert, deren Einwohner hauptsächlich auf dem Vorwerk Clam-Gallas arbeiteten.

In der ganzen Zeit war Černousy im Schatten der nahen Gemeinde Ves, es gab hier weder eine eigene Kirche noch Schule. Die Situation änderte sich erst im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts, als nach Eröffnung der Eisenbahnstrecke, die Frýdlant und Zhořelec verband, Černousy zur letzten Station auf der tschechischen Seite und logischem Verkehrszentrum für die gesamte Umgebung wurde. Wegen der Verkehrsmöglichkeiten verbreitete sich hier auch die Holz verarbeitende Industrie. Den Höhepunkt erreichte der interstaatliche Transport im Jahr 1950. In dieser Zeit wurde die Strecke fast alle zwei Stunden von einem Frachtzug befahren. Am 1. September 1990 machte sich Černousy nach seiner zehnjährigen Verbindung mit Višňova selbstständig, die Ortschaften Ves und Boleslav blieben seine Bestandteile.

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